Fischotter (Lutra lutra)

Der Fischotter ist eingeschickter und schneller Jäger in seinem Gewässer. Bei Dämmerung lauert er vor einem Pfahl oder Stein aus auf Fische, gleitet lautlos ins Wasser und schnappt seine Beute mit dem Maul. Aber er geht nicht immer allein auf Beutezug, denn gemeinsam mit anderen Fischottern gibt es oft einen größeren Fang. Und so geht das Kesseltreiben vor sich:
Die Fischotter treiben die Fische in eine Bucht. Während einige aufpassen, dass kein Fisch entkommt, holt einer einen Fisch nach dem anderen ans Ufer. Dort können dann alle in Ruhe ihr Mahl einnehmen.

Seine Wohnung nimmt der Fischotter in Uferhöhlen, die mit Moos und Gras ausgekleidet sind. Der Bau hat

zwei Luftschächte am Ufer, der Eingang liegt etwa 1 Meter unter der Wasseroberfläche. So kann er ungesehen seine Höhle erreichen. Er kann bis zu 10 Minuten unter Wasser bleiben, wobei er Nase und Ohren verschließt. Mit angelegten Beinen und kräftigen Schwanzschlägen schlängelt er sich pfeilschnell durchs Wasser. Seine Schnurrbarthaare helfen ihm nachts beim Orten seiner Beute.

Der Fischotter dreht sich gern im Wasser um die eigene Längsachse, nur so zum Spaß. Auf dem Land rodelt und schlittert es zur Abwechslung auf Schlamm, glitschigem Gras oder Schnee. Mit 30 000 haaren/cm2 ist sein Fell so dicht, dass kein Tropfen Wasser auf seine haut dringen kann.

Feinde hat der Fischotter eigentlich nicht. Außer dem Menschen, der seine Lebensbedingungen durch Wasserverschmutzung und Zerstörung von Biotopen erschwert. 

Obwohl er fast in ganz Europa zu Hause ist, ist er in vielen Gebieten schon ausgerottet. 1986 gab es in Deutschland noch 150 Tiere, jetzt ist der Fischotter ganzjährig vor Jagd geschützt. Die Wiederansiedlung von Fischottern ist schwierig, weil sie besonders empfindlich auf verschmutzte Gewässer reagieren.

Wie bei den anderen Marderarten ist der Jagdtrieb vom Hungertrieb getrennt. Solange noch ein lebendes Beutetier in Reichweite den Jagdtrieb auslöst, töten die Marder, z.B. im Fischteich oder Hühnerstall, alle erreichbaren Tiere, ohne sie zu fressen.

Steckbrief
Größe: 62 – 83 cm lang
Schwanz 36 – 55 cm 
Gewicht: 13 kg
Aussehen: oben dunkelbraun, Bauch weißlich, schlank, breite Schnauze, kurze Beine, muskulöser, kegelförmiger Schwanz, Schwimmhäute
Stimme: weiches, helles Pfeifen, Schnaufen, Kreischen und Knurren
Alter: bis 18 Jahre
Anzahl Junge: 2 - 4 Junge
Tragzeit: 59 - 63 Tage
Lebensraum: Fischteiche, Bäche, Gräben, bewaldete Ufer von Seen oder Sümpfen
Nahrung: Fische, Krebse, Frösche, Wasserratten, kleine Säuger

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