Marderhund (Nycterentes procyonoides)

Der Marderhund ist tatsächlich ein Hund, aber ein recht eigenartiger. Er ist zum Beispiel der Einzige in dieser Familie, der gar nicht bellen kann. Außerdem tragen ranghohe Tiere den Schwanz wie ein umgekehrtes U, also genau anders herum, als es bei allen anderen Hunden üblich ist.
Man kann den Marderhund schon mal mit einem Waschbär verwechseln. Er hat eine schwarze Gesichtszeichnung und sieht ihm auch sonst recht ähnlich. Verwandt sind sie aber nicht, der Waschbär gehört zur Familie der Kleinbären.

Bei der Nahrungssuche schleicht der Marderhund bedächtig durchs Dickicht. Er sammelt gewöhnlich im Dunkeln und in aller Gemütsruhe alles, was ihm schmeckt. Ein Kostverächter ist er nicht gerade. Er frisst so ziemlich alles, was auf der Speisekarte der Natur steht. Sogar Molche und Kröten, die für andere Säugetiere giftig sind.

In Deutschland ist der Marderhund seit 1962 zu Hause. Seine eigentliche Heimat liegt aber in Ostasien. Den Weg nach Europa hat er nicht ganz allein gefunden. Wegen seines warmen Fells wurde er in Farmen gezüchtet und in verschiedenen Gegenden der Welt auch ausgesetzt. Weil er nicht sesshaft ist, hat es ihn auch schließlich hierher verschlagen.

Dass er in dieser neuen Umgebung gut zurechtgekommen ist und bis heute nicht gefährdet ist, ist wohl seiner Anpassungsfähigkeit zu verdanken. An seiner Intelligenz kann es jedenfalls nicht liegen. Sein Gehirn ist nämlich im Vergleich zu anderen Hunden um 30% weniger entwickelt.

Und noch etwas unterscheidet den Marderhund von allen anderen Hundearten: Im Herbst frisst er wie ein Scheunendrescher und nimmt dabei bis zu 4 kg zu. Mit diesem Winterspeck zieht der Dickwanst sich dann im November in eine Höhle zurück und hält Winterruhe bis Februar.
Steckbrief
Größe: 65 – 80 cm lang
Schwanz 15 – 25 cm 
Gewicht: 4,6 im Sommer, im Winter bis 10 kg
Aussehen: langhaariges, graubraunes Fell, gedrungene Gestalt, kurzbeinig
Merkmale: schwarze Gesichtszeichnung
Alter: 6 bis 7 Jahre
Anzahl Junge: meist 6 - 8 Junge
Tragzeit: 59 - 64 Tage
Lebensraum: deckungsreiche Waldgebiete in der Nähe von Flüssen oder flachen Seen
Nahrung: kleine Nagetiere, Fische, Krebse, Insekten, Aas,  Früchte

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