| Der Nutria, auch Sumpfbiber oder Biberratte
genannt, ist eigentlich in Südamerika zu Hause. Er gehört zu den
Tieren, die dort vor allem im 19. jahrhundert wegen ihres Pelzes gejagt
wurden. Um ihn vor der völligen Ausrottung zu bewahren, mussten Schutzmaßnahmen
ergriffen werden. Schließlich züchtete man Nutrias in Farmen, um den
Bedarf an Pelzen stillen zu können. in einigen Gegenden Deutschlands
sind Nutrias heimisch geworden, die aus den Pelztierfarmen ausgebrochen
sind. Der deutsche Winter macht ihnen allerdings zu schaffen. Besonders
die nackten Schwänze können bei eisiger Kälte leicht erfrieren.
Die freilebenden Nutrias werden oft mit Bisamratten oder Bibern verwechselt. Erkennen kann man sie aber an ihrem drehrunden Schwanz. Bemerkenswert sind auch die riesigen orangeroten Nagezähne. der Nutria muss sie ständig abnagen, weil sie sehr schnell nachwachsen. wenn sie zu lang werden, können sie als Maulsperre im Wege sein. Bei Dämmerung gehen die Nutrias auf Nahrungssuche. Ihre Wohnhöhlenbauen
sie in Uferböschungen. im Gegensatz zum Fischotterbau liegt der Eingang
einer Nutriahöhle über dem Wasserspiegel. Das ist auch besser so, denn
Nutrias können nicht besonders gut tauchen. Aber beim Schwimmen sind
sie unschlagbar. Die Jungtiere können sich sofort nach der geburt im
Wasser bewegen. Und die Mutter kann ihre Jungen sogar beim Schwimmen
säugen, weil die Zitzen weit oben an den Körperseiten liegen. |
| Steckbrief | |
| Größe: | 42 - 60 cm lang Schwanz 30 - 45 cm |
| Gewicht: | bis zu 9 kg |
| Aussehen: | plumper Körper, hasengroß, Schwanz schuppenbedeckt und fast nackt |
| Merkmale: | Schwimmhäute zwischen den Zehen, Schwanz im Gegensatz zum Biber dünn und rund |
| Alter: | 8 - 10 Jahre |
| Anzahl Junge: | 5 - 6 Junge |
| Tragzeit: | 119 - 150 Tage |
| Lebensraum: | Ufer von Gewässern mit reichlich Pflanzenwuchs |
| Nahrung: | Gras, Blätter, Getreidekörner, Wurzeln, Feldfrüchte |