Turmfalke (Falco tinnunculus)

Der Turmfalke ist der Vogel des Jahres 2007.

Der nur 35cm große Raubvogel gilt zwar als die häufigste Falkenart Europas, dennoch ist die Zahl dieser Vögel in einigen Teilen Deutschlands in den vergangenen 30 Jahren deutlich gesunken.


In Deutschland leben knapp 50.000 Turmfalken Paare, europaweit gibt es rund 350.000.

Dem Turmfalken mangelt es zunehmend an Nistplätzen und Nahrung. Turmfalken sind wie andere Greifvögel durch den Einsatz von Giften in der Landwirtschaft bedroht. Sie werden regelrecht vergiftet, wenn sie ihre Beute fressen, die sich zuvor vom Feld ernährt hat.

Die wissenschaftliche Artbe- zeichnung tinnunculus weist auf den Ruf des Turmfalken hin, der an ein ti, ti, ti, ti  erinnert und in Ton und Rufgeschwindigkeit je nach Situation variiert. 
Übersetzt bedeutet das Wort tinnunculus etwa "klingend" oder "schellend".

Turmfalken zeigen in ihrem Gefieder einen ausgeprägten Geschlechtsdimorphismus. Das auffälligste Unterscheidungs- merkmal zwischen männlichen und weiblichen Turmfalken ist die Kopffärbung. Bei Männchen ist der Kopf hellgrau, während Weibchen einheitlich rotbraun gefärbt sind. Männchen haben außerdem auf ihrem rotbraunen Rücken kleine schwarze und zum Teil rautenförmige Flecken. Ihre Oberschwanzdecken sowie der Hinterrücken und die Schwanzfedern – der so genannte Stoß – sind gleichfalls hellgrau. Das Stoßende weist eine deutliche schwarze Endbinde mit einem weißen Saum auf. Die Unterseite ist hell cremefarben und nur sehr leicht bräunlich gefleckt oder gestreift. Der Unterbauch und die Unterflügeldecken sind fast weiß.

Das ausgewachsene Weibchen ist am Rücken dunkel quergebändert. Im Unterschied zum Männchen ist außerdem auch der Stoß braun und zeigt zudem mehrere Querstreifen und eine deutliche Endbinde. Auch die Unterseite ist dunkler als beim Männchen und weist eine stärkere Fleckung auf. Jungvögel gleichen in ihrem Gefieder den Weibchen. Allerdings wirken ihre Flügel runder und kürzer als bei adulten Turmfalken. Außerdem weisen die Spitzen der Handschwingen hellere Säume auf. Wachshaut und Augenring, die bei ausgewachsenen Vögeln gelb sind, sind bei Jungvögeln hellblau bis grüngelblich.

Bei beiden Geschlechtern ist der Schwanz abgerundet, da die äußeren Schwanzfedern kürzer als die mittleren Schwanzfedern sind. 

Bei ausgewachsenen Vögeln erreichen die Flügelspitzen das Schwanzende. Die Beine sind sattgelb, die Krallen sind schwarz.

Der Streckenflug des Turmfalken ist durch einen schnellen, etwas hastig wirkenden Flügelschlag gekennzeichnet.

Selbst Laien können den Turmfalken an seinem auffälligen Rüttelflug erkennen, den er zur Beutesuche nutzt. Dabei bleibt der Falke in einer Höhe von zehn bis 20 Metern an einer Stelle in der Luft stehen und späht nach geeigneter Beute. Der Flügelschlag ist schnell, der Schwanz meist breit gefächert und etwas nach unten geknickt. Auf- und Niederschlag erfolgen in einer weit- gehend waagerechten Ebene und bewegen etwa gleich große Luftmengen. Hat er ein potentielles Beutetier, etwa eine Wühlmaus, gesehen, stürzt er im Sturzflug darauf zu und greift es, wobei er kurz vor dem Boden abbremst.

Steckbrief
Körpergröße: Männchen haben durchschnittlich eine Körperlänge von 34,5 Zentimetern und Weibchen von 36 Zentimetern
Flügelspannweite: Die Flügelspannweite des Männchens beträgt durchschnittlich knapp 75 Zentimeter und bei den größeren Weibchen 76 Zentimeter.
Gewicht: Normal ernährte Männchen wiegen im Schnitt etwa 200 Gramm, Weibchen sind durchschnittlich etwa 20 Gramm schwerer.
Ernährung: Städten lebende Turmfalken jagen vor allem Sperlinge und andere Kleinvögel. Im offenen Kulturland lebende Turmfalken ernähren sich dagegen überwiegend von Kleinsäugern wie Feldmaus, Rötelmaus, Spitzmaus, Maulwurf und Wildmaus. Welche Tiere den Hauptteil der Beute ausmachen, ist abhängig von den lokalen Gegebenheiten.  In Südeuropa jagt der Turmfalke auch Insekten wie Heuschrecken und Käfer sowie Reptilien wie Eidechsen.
Ernährung: Städten lebende Turmfalken jagen vor allem Sperlinge und andere Kleinvögel. Im offenen Kulturland lebende Turmfalken ernähren sich dagegen überwiegend von Kleinsäugern wie Feldmaus, Rötelmaus, Spitzmaus, Maulwurf und Wildmaus. Welche Tiere den Hauptteil der Beute ausmachen, ist abhängig von den lokalen Gegebenheiten.  In Südeuropa jagt der Turmfalke auch Insekten wie Heuschrecken und Käfer sowie Reptilien wie Eidechsen.
Lebensraum: Der Turmfalke ist eine sehr anpassungsfähige Art, die in einer Vielzahl unterschiedlicher Lebensräume zu finden ist. Generell meiden Turmfalken sowohl dichte geschlossene Waldbestände als auch völlig baumlose Steppen. In Mitteleuropa ist er ein häufiger Vogel der Kulturlandschaft, der überall dort leben kann, wo Feldgehölze oder Waldränder vorhanden sind. Grundsätzlich benötigt er zum Jagen freie Flächen mit niedrigem Bewuchs.
Der Turmfalke hat auch Stadtlandschaften als Lebensraum erobert.
Vermehrung: Die Balzflüge der Turmfalken lassen sich in Mitteleuropa von März bis April beobachten.
Der bereits im 2. Lebensjahr brütende Turmfalke legt die 3 bis 6 Eier, in der Regel ab Mitte April. Die ockergelblich bis olivegrünlichen Eier sind meist stark gefleckt und zwischen 3,4 und 4,4 Zentimeter lang.
Die Jungen schlüpfen nach etwa 27 bis 29 Tagen. In
Körpergröße: Männchen durchschnittlich eine Körperlänge von 34,5 Zentimetern und Weibchen von 36 Zentimetern
Lebenserwartung:  Wenn sie das erste Lebensjahr überleben (dazu liegt die Wahrscheinlichkeit bei 50%) können sie ein nachgewiesenes Alter von 16 Jahren erreichen.

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