Ritterwanze (Lygaeus equestris)

Trotz ihres schlechten Rufs bei Menschen hat es die Wanze zum "Insekt des Jahres 2007" geschafft.

Als Nachfolger des beliebteren Siebenpunkt-Marienkäfers kürte das Kuratorium "Insekt des Jahres" die rot-schwarz geflügelte Ritterwanze (Lygaeus equestris) zum Titelträger.

 

Im Gegensatz zum Blut saugenden Parasiten im Bett und in der Natur ist die Ritterwanze ein harmloser Pflanzensauger.

Die Ritterwanze ist eine der in Mitteleuropa häufigsten Wanzen- arten aus der Familie der Bodenwanzen (Lygaeidae).

Ritterwanzen sind ausgewachsen etwa 11 bis 12 Millimeter lang. Man erkennt sie an der rot-schwarzen Zeichnung ihrer Körperoberfläche, den voll ausgebildeten Flügeln und den langen, kräftigen Beinen. Die schwarzen Flecken der Oberseite bilden ein an ein Ritterkreuz erinnerndes Muster, worauf der deutsche Name dieser Wanze Bezug nimmt. Kennzeichnend ist ferner je ein kreisrunder weißer Fleck auf den Membranen, der für Wanzen charakteristisch ausgebildeten Vorderflügel . Da sich die Membranen überlappen, erscheinen diese zu einem einzigen Fleck vereinigt.

Sie können mit den Gemeinen Feuerwanzen (Bild links) (Pyrrhocoris apterus) verwechselt werden .

 

Die Art ist von Südengland bis nach Sibirien und von Mittelschweden bis zum Mittelmeerraum verbreitet. Nördlich der Mittelgebirge ist sie seltener. Man findet diese Art häufig in wärmeren Lagen auf Trockenrasen, in lichten Wäldern und an Gebüschen . Die Tiere laufen oft gesellig auf dem Boden umher oder aber klettern an Pflanzen.

Die rot-schwarze Zeichnung der Ritterwanzen hat eine abschreckende Wirkung und dient dem Schutz der Tiere (Müllersche bzw. Batessche Mimikry). Größere Ansammlungen solcher Arten erhöhen die abschreckende Signalwirkung gegenüber Räubern. Wie viele Wanzen, ernährt sich die Ritterwanze von Pflanzensäften. Sie lebt insbesondere an Schwalbenwurz (Vincetoxicum hirundinaria), Frühlings-Adonisröschen (Adonis vernalis) und zuweilen auch an Löwenzahn. Durch die Speicherung beziehungsweise Umwandlung der giftigen Inhaltsstoffe ihrer Nahrungspflanzen werden sie für potenzielle Fressfeinde ungenießbar. Die Partnerfindung erfolgt durch Laute, die für das menschliche Ohr kaum zu hören sind. Der Paarungsakt kann bis zu 24 Stunden dauern. Die Eier werden in der lockeren Bodenstreu abgelegt. Die Tiere werden etwa ein Jahr alt und überwintern im Erwachsenenstadium.

Steckbrief
Größe: ausgewachsen 11 - 12 mm
Ernährung: Pflanzensäfte
Lebensraum: Europa
Sie siedeln unter anderem  in lichten Wäldern und an Gebüschen, lieben Trockenrasen und warmes Klima
Erkennungszeichen: rot-schwarze Zeichnung in Form eines Ritterkreuzes an ihrer Körperoberfläche

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