Die
Ritterwanze ist eine der in Mitteleuropa häufigsten
Wanzen- arten aus der Familie der Bodenwanzen (Lygaeidae).
Ritterwanzen sind ausgewachsen etwa 11 bis 12 Millimeter lang.
Man erkennt sie an der rot-schwarzen Zeichnung ihrer Körperoberfläche,
den voll ausgebildeten Flügeln und den langen, kräftigen Beinen.
Die schwarzen Flecken der Oberseite bilden ein an ein Ritterkreuz
erinnerndes Muster, worauf der deutsche Name dieser Wanze Bezug
nimmt. Kennzeichnend ist ferner je ein kreisrunder weißer Fleck
auf den Membranen, der für Wanzen charakteristisch ausgebildeten
Vorderflügel . Da sich die Membranen überlappen, erscheinen
diese zu einem einzigen Fleck vereinigt.
Sie
können mit den Gemeinen Feuerwanzen (Bild links)
(Pyrrhocoris apterus) verwechselt werden .
Die Art ist von Südengland bis nach Sibirien und von Mittelschweden
bis zum Mittelmeerraum verbreitet. Nördlich der Mittelgebirge ist
sie seltener. Man findet diese Art häufig in wärmeren Lagen auf
Trockenrasen, in lichten Wäldern und an Gebüschen . Die Tiere
laufen oft gesellig auf dem Boden umher oder aber klettern an
Pflanzen.
Die rot-schwarze Zeichnung der Ritterwanzen hat eine
abschreckende Wirkung und dient dem Schutz der Tiere (Müllersche
bzw. Batessche Mimikry). Größere Ansammlungen solcher Arten erhöhen
die abschreckende Signalwirkung gegenüber Räubern. Wie viele
Wanzen, ernährt sich die Ritterwanze von Pflanzensäften. Sie
lebt insbesondere an Schwalbenwurz (Vincetoxicum hirundinaria),
Frühlings-Adonisröschen (Adonis vernalis) und zuweilen
auch an Löwenzahn. Durch die Speicherung beziehungsweise
Umwandlung der giftigen Inhaltsstoffe ihrer Nahrungspflanzen
werden sie für potenzielle Fressfeinde ungenießbar. Die
Partnerfindung erfolgt durch Laute, die für das menschliche Ohr
kaum zu hören sind. Der Paarungsakt kann bis zu 24 Stunden
dauern. Die Eier werden in der lockeren Bodenstreu abgelegt. Die
Tiere werden etwa ein Jahr alt und überwintern im
Erwachsenenstadium. |