Der
Kolkrabe ist der größte Singvogel. Wenn er sich sehr wohl fühlt,
verbindet er seine vielseitigen Rufe zu langen Gesängen. Allerdings
klingen sie etwas heiser.
Früher war er in ganz Deutschland weit verbreitet. Weil er sehr anpassungsfähig ist, kann er in ganz unterschiedlichen Landschaften wohnen: im Gebirge, an Küsten, in Wüsten und Wäldern. Trotzdem findet man ihn heute nur noch vereinzelt, in Norddeutschland, den Alpen und einigen Mittelgebirgen. Im Wiesbadener Stadtwald gibt es seit einigen Jahren ein Brutpaar. Er wurde von den Menschen lange Zeit verfolgt und gejagt. Überlebt hat er nur, weil er besonders intelligent ist und seinen Horst in unzugänglichen Felsnischen oder im Wipfel hoher Bäume baut. Heute steht er unter Schutz und darf nicht mehr gejagt werden. Er wird bis zu 40 Jahre alt. Bei den alten Germanen galt er als Götterbote und als Symbol der Weisheit. Weshalb später das Vorurteil der "Rabenmuter" entstand, ist unklar. Der Kolkrabe ist nämlich ein Muster an Fürsorglichkeit für seine Brut. Während die Rabenmuter brütet, sorgt das Männchen für ihr leibliches Wohl. Wenn die Jungen geschlüpft sind, werden sie von beiden Eltern mit Nahrung und Wasser versorgt. Der Kolkrabe ist übrigens ein Allesfresser und versteckt das, was er nicht sofort auffressen kann, für schlechte Zeiten. Die Familie hält eng zusammen: Die Geschwister trennen sich erst nach zwei Jahren , wenn sie sich mit anderen Kolkraben paaren. Die Eltern bleiben sogar ihr ganzes Leben lang zusammen. Vielleicht geben sie sich deshalb bei der Balz so große Mühe: Sie vollführen rasante Kunststücke, drehen Loopings und werfen sich im Flug auf den Rücken. |
| Steckbrief | |
| Größe: | bis 65 cm lang |
| Gewicht: | 1,25 kg |
| Spannweite: | bis 130 cm |
| Aussehen: | tiefschwarzes Gefieder |
| Merkmale: | klobiger Schnabel, keilförmiger Schwanz, Kehlfedern gesträubt |
| Ruf: | "rrok", "kork", "klak" |
| Brutzeit: | einmal im Februar - April 4 - 6 grünblau-olivgrüne Eier |
| Brutdauer: | 18 - 23 Tage |
| Lebensraum: | offenes Gelände mit altem Baumbestand, Wälder |
| Nahrung: | Insekten, Würmer, Schnecken, Muscheln, Kleintiere, Samen, Aas |